Heft 02 · Wien

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Leopoldstadt · 1020 ZEHN

Heft 02 · Stadt

Wien beginnt nicht am Graben.

Es beginnt zwei Höfe von unserer Tür. Praterstern um sieben, wenn die Schicht wechselt. Der Karmelitermarkt, bevor die Käsestände sprechen. Der Donaukanal, wenn der Nebel noch auf dem Wasser liegt und niemand fotografiert.

Schmale Gasse in einem Wiener Wohnbezirk am frühen Tag
Abb. 04 · Schattenseite, Leopoldstadt

Wer drei Tage hat, verliert den ersten am Stephansplatz. Lassen Sie ihn. Gehen Sie stattdessen die Taborstraße hinunter, kaufen Sie Brot, setzen Sie sich in den Augarten an eine Bank, die niemand putzt. Die Stadt zeigt sich in den Bezirken, die auf keinem Magneten stehen: 2, 20, 10, 16.

Kaffeehaus: ja, aber nicht das mit der Schlange. Eine Konditorei, in der die Verkäuferin noch „bitte sehr“ sagt, ohne auf Englisch zu wechseln, ist die bessere Uhr. Bleiben Sie 40 Minuten. Lesen Sie nichts über Wien, während Sie darin sitzen.

06:40
Praterstern. Würstelstand, wenn er offen ist. Kein Gespräch nötig.
09:10
Karmelitermarkt. Gemüse nach Gewicht, nicht nach Foto. Dienstag und Freitag tragen mehr.
15:30
Donaukanal Richtung Spittelau. Gegenlicht, Fahrräder, wenig Souvenirs.
Nach 21 Uhr
Nicht die Innere Stadt. Ein Beisl im 2. oder 20., wo die Küche um zehn zumacht und das ernst meint.

Drei Tage, wenn es sein muss

Tag eins. Markt, Augarten, ein Museum nur wenn Sie eines brauchen — nicht weil es auf der Liste steht. Abends diesseits der Donau essen.

Tag zwei. Linie durch einen Bezirk, der nicht die Innere Stadt ist: Ottakring, Favoriten, die Staffel am Flakturm. Nachmittag im Zentralfriedhof, Linie 71, wenn das Wetter hält.

Tag drei. Wer das Rad will, geht morgens vor der Schlange. Wer es nicht will, hat den dritten Tag gewonnen. Kanal, Buchhandlung, früher Zug, falls die Wachau wartet.

Was wir auslassen

Die Hofburg von innen, wenn Sie keinen bestimmten Saal brauchen. Die Kutsche. Den Rundgang „Vienna in a Day“. Die Nacht in einem Hotel, das nur Gäste auf Englisch begrüßt und die Gasse draußen nicht kennt.

Übernachten Sie, wenn möglich, diesseits der Donau. Die Stadt kippt nach Mitternacht. Vom zweiten Bezirk aus sind Sie in zwölf Minuten am Kanal und in achtzehn am Riesenrad. Die Bim nach Mitternacht ist ein anderes Wien — leerer, ehrlicher, manchmal zu laut. Das gehört dazu.

Bewegung in der Stadt

Ein Auto in Wien ist eine Entscheidung gegen die Stadt. Wiener Linien, Leihrad, zu Fuß. Die U-Bahn ist Werkzeug, kein Erlebnis. Steigen Sie eine Station früher aus, wenn die Gegend unbekannt ist. Die schönsten Höfe liegen hinter Türen, die niemand für Touristen aufhält — respektieren Sie das.

Mehr zu Karten und Tickets steht unter Praktisches. Essen, das nicht im ersten Bezirk inszeniert wird, unter Küche.

Fragen, die uns erreichen

Reicht ein Tag für Wien?

Für den Stephansplatz ja. Für die Stadt nein. Planen Sie drei Nächte, wenn Sie Leopoldstadt, einen Markt und einen stillen Nachmittag unterbringen wollen. Alles darunter ist Durchreise.

Wo übernachten, wenn man ZEHN folgt?

Diesseits der Donau: 2. oder 20. Bezirk. Sie sparen die Rückfahrt durch die Innere Stadt nach Mitternacht und sind in zwölf Minuten am Kanal.

Braucht man die Wiener Linien-App?

Ja. Die Bim ist pünktlicher als jedes Taxi in der Stauzone. Ein Wochenpass lohnt sich ab dem dritten Tag.