Heft 12 · Küche

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Leopoldstadt · 1020 ZEHN

Heft 12 · Tisch

Teller ohne Theater.

Die österreichische Küche wird entweder vergoldet oder belächelt. Beides ist falsch. Sie ist eine Küche der Wiederholung: dieselbe Suppe, derselbe Tafelspitz, derselbe Most. Gut, wenn jemand noch die Zeit hat, sie zu machen.

Einfach gedeckter Tisch mit österreichischen Speisen
Abb. 15 · Mittag, nicht Inszenierung
Teller mit einer einfachen warmen Mahlzeit
Abb. 16 · Was übrig bleibt
Frühstück am Holztisch vor einer Wanderung
Abb. 17 · Vor der Tour

Ordnung des Tages

Früh. Gebäck, das noch warm ist, Kaffee ohne Sirup. In Wien: eine Konditorei, in der die Zeitung auf einem Holzstab hängt. Auf dem Land: was die Stube aufstellt, oft Brot, Butter, ein Ei.

Mittag. Die wichtigste Mahlzeit, wenn die Küche noch kocht und nicht nur wärmt. Menü der Woche schlägt die Karte. Knödelsuppe ist kein Starter, sie ist die Probe.

Abend. In den Tälern früh. In Wien später, aber nicht in dem Lokal, das um 22 Uhr noch eine Warteschlange hat. Ein Beisl, in dem die Bedienung Sie kennt, nachdem Sie zweimal da waren.

Was wir bestellen

Regional: Kernöl in der Steiermark, Heuriger in der Wachau, Käse im Bregenzerwald. Dasselbe Gericht schmeckt in der falschen Gasse nach Tourismus. In der richtigen Stube nach Geduld.

Fragen, die uns erreichen

Vegetarisch unterwegs?

Knödel, Kaspressknödel, Gemüseteller, Käse. Fragen Sie nach dem Tagesmenü. In der Gasse mit fünf Sprachen wird es theatralischer, nicht besser.

Reservieren?

Auf dem Land oft unnötig, wenn Sie früh kommen. Am Wochenende im Tal: ja. Um 19 Uhr in der Altstadt: Sie essen für das Foto.