Heft 11 · Licht

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Leopoldstadt · 1020 ZEHN

Heft 11

Vier Wetter.

Österreich im August ist ein anderes Land als im November. Wir teilen das Jahr nach Licht, nicht nach Feiertagen. Wer „immer Saison“ sucht, sucht ein Plakat. Wer gehen will, wählt ein Fenster und lässt die anderen stehen.

März–Mai

Tauwetter, leere Stege

Die Täler sind braun, die Gipfel noch weiß. Hütten öffnen unregelmäßig. Wien blüht im Augarten früher, als man der Stadt zutraut. In den Alpen: niedrig bleiben, oder Steigeisen, oder beides lassen. Kärntner Ufer beginnen zu atmen, bevor die Liegewiesen aufgestellt sind.

Felswand im kühlen Frühlingslicht

Juni–August

Licht bis spät, Menschen früher

Gehen Sie um sechs, essen Sie um elf, ruhen Sie um drei. Die Nachmittagsgewitter im Gebirge sind keine Stimmung, sie sind der Plan. Städte: Innenhöfe, Museen, der Kanal. Seen: unter der Woche, oder sehr früh. Hütten reservieren. Ötztal und Hallstatt sind Trichter — seitlich bleiben.

Sommerlicher Bergsee in Österreich

Sept.–Okt.

Das beste Fenster

Wein in der Wachau, Kernöl in der Steiermark, klare Luft in Tirol. Die Tage kürzen sich, die Wege leeren sich. Eine Jacke mehr als im Juli, ein Zug weniger am Abend. Buchen Sie die Hütte trotzdem. Sturm und Most haben Kalender, keine Marketingabteilung.

Klare Berglandschaft im Frühherbst

Nov.–Feb.

Stadt, Stube, kurze Tage

Wien trägt den Winter besser als jedes Tal ohne Schnee. Wer Ski will, fahre nicht am Samstagmorgen aus der Stadt. Wer nur kommen will: Thermen, Museen, das eine Gasthaus, das um fünf schon dampft. Nebel in der Wachau ist kein Fehler. Salzburg im Niesel gehört den Einwohnern.

Verschneite Berggipfel in Österreich im Winter

Fragen, die uns erreichen

Die eine beste Zeit?

September bis Mitte Oktober, wenn Sie gehen und essen wollen. Juli, wenn Sie Licht bis spät brauchen und früh aufstehen. November für Wien.

Schulferien meiden?

Ja, in Tälern und am See. In Leopoldstadt ist der August erträglich, wenn Sie den Graben lassen.