Heft 10 · Wege

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Leopoldstadt · 1020 ZEHN

Heft 10 · Zu Fuß

Kein Gipfelbuch.

Wir listen keine vierzehn Gipfel. Wir listen, wann man geht, was man trägt, und wann man umkehrt. Der Berg bleibt. Der letzte Bus nicht. Wer Fotos sammelt, geht langsamer als der Fahrplan. Wer den Fahrplan achtet, kommt wieder.

Wanderin auf einem Bergweg in den österreichischen Alpen Schmaler alpiner Pfad durch felsiges Gelände
Abb. 13–14 · Der Weg ist die Angabe
Lage Dauer Beginn Kehre um, wenn
Rax, Ottohaus-Seite4–5 h07:30der Wind die Steine hebt
Schneeberg, Zahnradbahn nur runter6 h06:50Nebel unter 50 m Sicht
Gosaukamm, Zwieselalm3 h08:15Gewitter laut Wetterdienst, nicht laut Gefühl
Karwendel — Hochsommer meiden5–7 h06:00die erste Hütte schon voll ist und Sie müde sind
Bregenzerwald, Hangweg statt Gipfel2–3 h09:00Sie fotografieren mehr als Sie gehen

Was in den Rucksack gehört

Wasser mehr als Proviant. Eine Schicht mehr, als der Parkplatz vermuten lässt. Bargeld für die Hütte. Die Nummer der Bergrettung steht auf der Alpenverein-Karte — nicht erst auf dem Grat suchen. Mobilfunk ist ein Höhenwitz.

Fahrpläne und Karten gehören zur Tour wie die Schuhe. Wer den letzten Bus verpasst, übernachtet teuer oder gar nicht. Sonnenschutz auch im April: Schnee wirft zurück.

Hütte

Reservierung im Sommer. Schuhe aus, Stimme unten, Abwasch nicht dem Personal überlassen als sei es ein Hotel. Wer spät ankommt, nimmt was bleibt. Wer früh geht, lässt die Stube in Ordnung.

Wir sind keine Bergführer. Bei Unsicherheit bleibt ihr im Tal. Das ist die einzige Regel, die wir für klüger halten als jeden Grat.

Fragen, die uns erreichen

Braucht man den Alpenverein?

Mitgliedschaft senkt Hüttenpreise und gibt eine Nummer auf der Karte. Pflicht ist sie nicht. Verstand ist Pflicht.

GPS statt Karte?

Beides. Akku leer ist kein Stilmittel. Eine gedruckte Karte wiegt weniger als Reue.